KARLSRUHE. Rechtzeitig zum 250. Jahrestag der Uraufführung von Lessings „Minna von Barnhelm“ hat die Fachkommission Deutsch des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg das Hörbuch „Minna von Barnhelm, Hören & Lernen“ für den Einsatz im Unterricht empfohlen.

Zu hören sind u.a. eine Zusammenfassung des Inhalts mit Schlüsselszenen und ein Interview mit dem Regisseur Niklaus Helbling, der „Minna von Barnhelm“ am Thalia Theater in Hamburg inszenier hat (2005). Ebenfalls für den Unterrichtseinsatz empfohlen: Goethe: Faust 1 und Götz von Berlichingen, Schiller: Don Karlos und Kabale und Liebe, Sophokles: Antigone, Büchner: Dantons Tod, Leonce und Lena, Lessing: Emilia Galotti, Goethe-Hör-Biographie. Erhältlich im Shop

 

 

WOLFENBÜTTEL: Gotthold Ephraim Lessing – als Dichter gefeiert, als Kritiker gefürchtet. Klug, witzig, schlagfertig. Schon zu Lebzeiten ist er berühmt, Minna von Barnhelm oder Miss Sara Sampson sind Publikumslieblinge. Davon erzählt diese Hörbiographie – aber auch von weniger bekannten Seiten des großen Dichters: Meist steckt er in Geldnöten, ist verschuldet. Er träumt von einer Existenz als freier Schriftsteller und endet als Bibliothekar in Wolfenbüttel, der glaubt, unter Schwarten zu „vermodern“.

Regelmäßig sitzt Lessing am Spieltisch. Die Faszination für das Glücksspiel teilt er mit Eva König, seiner späten, aber großen Liebe. Die Witwe eines Seidenhändlers besitzt Fabriken in Wien, die sie verkaufen möchte. Das zieht sich hin. Über viele Jahre sind Lessing und Eva König getrennt. Sie schreiben einander 193 Briefe – keine glühenden Liebesgeständnisse: Es ist die Korrespondenz zweier einsamer Menschen.

Hör-Biographie mit Online-Film

Von Beate Herfurth-Uber. Mit einem Vorwort von Dieter Hildebrandt.

Sprecher: Peter Kampfe, Julia Nachtmann und Jürgen Uter.

 

Herzogliche Bibliothek

 

WOLFENBÜTTEL. Als Lessing von Herzog Carl nach Wolfenbüttel als Bibliothekar berufen wurde, war er bereits ein angesehener Autor. Die Tätigkeit als Herr über Tausende von Büchern schien reizvoll und versprach zugleich eine gewisse finanzielle Sicherheit. Doch das Leben in der Provinz bekam dem Großstadtmenschen Lessing, der zuvor in Berlin und Hamburg gelebt hatte, nicht. Er litt unter Schwermut. Produktiv war er dennoch: In Wolfenbüttel vollendete er „Emilia Galotti“ und „Nathan der Weise“.

Lessinghaus in Wolfenbüttel

Lessing Hör-Biographie

Die Biographie ist ein Auszug aus den Hörbüchern „Emilia Galotti“ und „Minna von Barnhelm“, erschienen in der Reihe Hören & Lernen.

 

Niklaus Helbling

 

HAMBURG.  Niklaus Helbling hat „Minna von Barnhelm“ in Hamburg am Thalia Theater inszeniert. Ihn faszinierten nicht zuletzt die Nebenfiguren – besonders Riccaut de la Marlinière, der lächerliche Franzose mit ausgeprägtem Imponiergehabe. Im Interview erzählt er, was Riccaut, Minna von Barnhelm und Lessing verbindet: die Spielleidenschaft.

Riccaut, der Spieler. Personenkonstellation

Auszug aus dem Hörbuch „Minna von Barnhelm“, erschienen in der Reihe „Hören&Lernen“. Hier geht es zum Download

 

Cornelia Denk

 

FRANKFURT. Lessings „Minna von Barnhelm oder das Soldatenglück“ ist ein Lustspiel in fünf Aufzügen und spielt vor dem Hintergrund des Siebenjährigen Krieges. Es ist die Geschichte eines sächsischen Edelfräuleins, das mit viel Witz und Charme um ihre Liebe zu dem preußischen Major von Tellheim kämpft. Die Beziehung zu Tellheim droht an dessen ausgeprägtem Ehrgefühl zu scheitern.

Erschienen in der Reihe „Hören&Lernen“. Gesprochen von Cornelia Denk, Steffen Rosenberger und Wilfried Haugg.

Inhaltsangabe mit Schlüsselszenen, 1. Aufzug