WOLFENBÜTTEL: Gotthold Ephraim Lessing – als Dichter gefeiert, als Kritiker gefürchtet. Klug, witzig, schlagfertig. Schon zu Lebzeiten ist er berühmt, Minna von Barnhelm oder Miss Sara Sampson sind Publikumslieblinge. Davon erzählt diese Hörbiographie – aber auch von weniger bekannten Seiten des großen Dichters: Meist steckt er in Geldnöten, ist verschuldet. Er träumt von einer Existenz als freier Schriftsteller und endet als Bibliothekar in Wolfenbüttel, der glaubt, unter Schwarten zu „vermodern“.

Regelmäßig sitzt Lessing am Spieltisch. Die Faszination für das Glücksspiel teilt er mit Eva König, seiner späten, aber großen Liebe. Die Witwe eines Seidenhändlers besitzt Fabriken in Wien, die sie verkaufen möchte. Das zieht sich hin. Über viele Jahre sind Lessing und Eva König getrennt. Sie schreiben einander 193 Briefe – keine glühenden Liebesgeständnisse: Es ist die Korrespondenz zweier einsamer Menschen.

Hör-Biographie mit Online-Film

Von Beate Herfurth-Uber. Mit einem Vorwort von Dieter Hildebrandt.

Sprecher: Peter Kampfe, Julia Nachtmann und Jürgen Uter.

 

Prof. Dr. Renate Stauf

 

BRAUNSCHWEIG. Emilia Galotti gehört regelmäßig zu den Pflichtlektüren in der Oberstufe. In der Reihe „Hören & Lernen“ ist das Trauerspiel des großen Aufklärers Gotthold Ephraim Lessing in einer überarbeiteten Neuauflage erschienen. Das Stück wird heute als politisches Werk interpretiert. Lessing aber, stellt die Braunschweiger Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Renate Stauf im Interview mit uns klar, sah das ganz anders. Erstaunlich auch: Das Stück wurde von der damaligen Hofgesellschaft in Braunschweig mit großem Beifall aufgenommen. Wie passt das zusammen? Der Aufklärer Lessing als gefeierter Autor des Adels?

 

Interview mit Prof. Dr. Renate Stauf

Die CD kann über den Buchhandel (ISBN: 978-3-942878-01-2) oder über Amazon bezogen werden. Direkter Download hier

Herzogliche Bibliothek

 

WOLFENBÜTTEL. Als Lessing von Herzog Carl nach Wolfenbüttel als Bibliothekar berufen wurde, war er bereits ein angesehener Autor. Die Tätigkeit als Herr über Tausende von Büchern schien reizvoll und versprach zugleich eine gewisse finanzielle Sicherheit. Doch das Leben in der Provinz bekam dem Großstadtmenschen Lessing, der zuvor in Berlin und Hamburg gelebt hatte, nicht. Er litt unter Schwermut. Produktiv war er dennoch: In Wolfenbüttel vollendete er „Emilia Galotti“ und „Nathan der Weise“.

Lessinghaus in Wolfenbüttel

Lessing Hör-Biographie

Die Biographie ist ein Auszug aus den Hörbüchern „Emilia Galotti“ und „Minna von Barnhelm“, erschienen in der Reihe Hören & Lernen.

 

 

Karl Georg Kayser

 

WOLFENBÜTTEL. Schon Lessings Bruder Karl wunderte sich über die passive Rolle der Titelheldin in „Emilia Galotti“. Und in der Tat, sie tritt erst spät auf, kommt vergleichsweise selten zu Wort und ist vor allem eine gehorsame Tochter. Karl Georg Kayser, der „Emilia Galotti“ am Hessischen Landestheater in Marburg inszeniert hat, erzählt im Interview, wie er sich Emilia genähert hat.

Handschrift Lessing, Emilia Galotti

 

Personenkonstellation: Welche Rolle spielt Emilia Galotti?

Das Hörbuch „Emilia Galotti“ ist in der Reihe „Hören&Lernen“ erschienen. Download hier.