GODDELAU. „Ich werde jeden Tag poetischer, alle meine Gedanken schwimmen in Spiritus“, schrieb  Georg Büchner an seine Verlobte Wilhelmine Jaeglé und spielte auf Präparationstechniken an, mit denen er sich in wissenschaftlichen Studien beschäftigte. Georg Büchner war Arzt, Naturforscher und Sozialrevolutionär. In die Geschichte eingegangen ist er als Dichter. Die Leiterin des Büchnerhauses im hessischen Goddelau, Rotraud Pöllmann, stellt uns den Autor  von „Dantons Tod“ und „Woyzeck“ im Video vor.

 

 

Julie: Julia Bardosch Danton: Jan Baake

 

PLAUEN. Das Revolutionsdrama „Dantons Tod“ verfasste Georg Büchner in nur fünf Wochen. Damals war er 21 Jahre alt. Das Stück spielt in Zeiten der Französischen Revolution. Büchner beschreibt die Manipulierbarkeit der Massen und die gezielte Schaffung von Sündenböcken. Die Revolution frisst ihre Kinder. Danton, der einstige Held, muss sich vor dem Revolutionstribunal verantworten. Das Urteil steht schon fest, bevor er seine flammende Rede gehalten hat.

 

Rede Dantons vor dem Revolutionstribunal (3. Akt) mit Szenen einer Inszenierung am Theater Plauen

Theaterfoto: Peter Awtukowitsch. Danton: Jan Bake, Robespierre: Saro Emire Camille Desmoulins: David Morrbach, Hérault-Séchelles: Johannes Moss, Lacroix: Tom Keune, St. Just: Johannes Lang, Fouquier-Tinville: Hans-Joachim Burchardt, Herman: Michael Schramm, Simons Weib: Ute Menzel, Julie: Julia Bartsch Lucile: Marsha Zimmermann, Marion: Angelina Häntsch. Regie: Matthias Thieme. Das komplette Hörbuch ist im MultiSkript Verlag in der Reihe Hören & Lernen erschienen und kann HIER direkt heruntergeladen werden.
Im Buchhandel erhältlich unter der ISBN 978-3-9812218-7-9 oder bei Amazon bestellbar

Ein Interview mit dem Stuttgarter Historiker Axel Kuhn

Prof. em. Dr. Axel Kuhn

STUTTGART. Georg Büchners Revolutionsdrama „Dantons Tod“ ist auch 2017 Abiturthema in Baden-Württemberg. Verstehbar wird das Stück erst vor dem Hintergrund der Französischen Revolution. In unserem Beitrag erklärt der Stuttgarter Historiker Prof.em.Dr. Axel Kuhn, wie der charismatische Danton – Vorbild für Büchners Titelfigur – die Menschen begeisterte.

Interview mit Prof. em. Dr. Axel Kuhn

Hier geht es zum Download

Erschienen im MultiSkript Verlag, ISBN: 978-3-9812218-7-9

 

Matthias Thieme

LEIPZIG. Matthias Thieme hat Georg Büchners Drama „Dantons Tod“ am Theater Plauen-Zwickau inszeniert. Wir haben ihn im Interview gefragt, wie er das Werk interpretiert  und für das heutige Publikum verstehbar gemacht hat.

Interview mit Matthias Thieme

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Erschienen im MultiSkript Verlag, ISBN: 978-3-9812218-7-9

 

GODDELAU: Georg Büchner hatte fünf Geschwister. Wenn die Familie bei Tisch saß, ging es lebhaft zu.  Rotraud Pöllmann, die Leiterin des Büchnerhauses in Riedstadt-Goddelau, zieht in unserem Video Vergleiche zu anderen Familien der damaligen Zeit: „Kinder bei Tisch, stumm wie ein Fisch“ – der Nachwuchs wurde dazu erzogen, sich brav zurückzuhalten. Nicht so bei den Büchners; die Kinder übten sich offenbar frühzeitig im Debattieren und Argumentieren. So wundert es aus heutiger Perspektive nicht, dass die sechs Geschwisterspäter später fast alle im Licht der Öffentlichkeit standen; zum Beispiel als Dichter, erfolgreicher Fabrikant oder als Frauenrechtlerin

Prof. Dr. Ariane Martin, Johannes-Gutenberg-Universität, Mainz

MAINZ. Georg Büchner war auch Naturwissenschaftler. In Zürich promovierte er über das Nervensystem der Flussbarbe. Seinem Werk, so die Literaturwissenschaftlerin Ariane Martin, merke man die analytische Sichtweise des Naturwissenschaftlers an.

Interview mit Prof. Dr. Ariane Martin, Deutsches Institut, Johannes Gutenberg-Universität, Mainz

Das Hörbuch ist in der Reihe „Hören & Lernen“ erschienen und ist im Buchhandel unter der ISBN 978-3-9812218-9-3 erhältlich. Hier geht es zum Download

Gustav Rueb. Foto: (c) N. Klinger

KASSEL. Der Regisseur Gustav Rueb hat am Staatstheater Kassel  „Dantons Tod“ inszeniert. Das zentrale Thema in diesem Drama von Georg Büchner ist die Französische Revolution. Im Interview erzählt Gustav Rueb, wie er sich dem Stück genähert hat und warum Danton und seine Freunde „richtige Stars“ waren.

MultiSkript: Dantons Tod ist ein politisches Stück. Es handelt aber zum Beispiel auch von den begrenzten Möglichkeiten der Politik und vom Sinn des Lebens allgemein. Welcher Aspekt ist für Sie der wichtigste?

Gustav Rueb: Wenn mit Sinn des Lebens gemeint ist, dass wir uns die „Schädeldecken aufbrechen“ und uns darin suchen, dann ist es das. Wie können wir überhaupt miteinander kommunizieren? Uns verstehen? Uns kennen? Angesichts von Gewalt und Hunger? Der Naturwissenschaftler Büchner versteht das sehr konkret und völlig sinnlich und physisch. Das fasziniert mich sehr, er meint das völlig ernst.

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